Diskografie
COVER 0238 Portugal web

VESPERAS DE NOSSA SENHORA UND MISSA A QUATRO VON MARCOS PORTUGAL
Leitung: Mathias Weibel und Luiz Alves da Silva
Reto Hofstetter, Frédéric Gindraux, Christophe Gindraux, Mathias Müller, Tenor
Marcus Niedermeyr, Robert Braunschweig, Luiz Alves da Silva, Bariton
Michael Leibundgut, Grzegorz Rozycki, Bass
Mathias Weibel, Mario Huter, Stefano Mariani, Laura Chmlevsky, Viola
Marlise Goidanich, Violoncello, Matthias B. Frey, Violone
Margarete Kopelent, Orgel, Emanuele Forni, Gitarre

Der Portugiesisch-Brasilianische Komponist Marcos António Portugal (1762–1830) war zu seiner Zeit vor allem durch seine mehr als 50 Opern bekannt, doch komponierte er auch mehr als 160 geistliche Chorwerke. Die hier präsentierte Messe und die Vespern zeigen seinen der Klassik verhafteten Stil sowie starke Operneinflüsse auf seine geistliche Musik. Das Fehlen von weiblichen Stimmen und hohen Streichern schafft eine unerwartet dunkle Klangfarbe.


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Marcos Portugal: Matinas do Natal
Vom selben Komponisten, diesmal aber mit Frauenstimmen und ausladenden Soli in Gesang und Solo-Klarinette.


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Dos Santos Cunha: Responsorien
In Minas Gerais, wo Ende des 18. Jhdts. dank der Goldfunde immer noch grosser Überfluss herrschte, verwendete Antonio dos Santos Cunha in seiner Komposition eine überschwängliche, im Charakter barocke Rhetorik in Kombination mit opernhaften musikalischen Mitteln und tropischem Sturm und Drang.


messa a 5 voci

Pergolesi (Iesi 1710 - Pozzuoli 1736): Messe
Gallassi
(Italien 1750 – Portugal 1790): Te Deum
Noch hat die Welt den Reichtum der eindrucksvollen Archive Portugals nicht vollständig entdeckt. Sie zeugen von den komplizierten Wegen, die viele Werke, vor allem solche italienischer Herkunft, in Europa in früheren Jahrhunderten gemacht haben. Die wundervolle Messe Pergolesis ist dafür bestes Beispiel. Dazu Werke von zu unrecht kaum bekannten Komponisten: ein Te Deum von Antonio Gallassi sowie Instrumentalstücke von Leonardo Leo (San Vito 1694 – Napoli 1744) und David Perez (Napoli 1711 – Lissabon 1778)


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José Mauricio Nunes Garcia: Missa Pastoril
Für die Weihnachtsnacht 1811 in Rio de Janeiro geschrieben, lässt diese Hirtenmesse den ganzen Zauber der barocken Krippen der latein-amerikanischen Kirchen entstehen. Die Musik erinnert an Mozart, Haydn, Boccherini, doch zeugt sie vom ureigenen Genie dieses schwarzen Orpheus.



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Music of 18th century Brazil 1+2
Ouro Preto! Schwarzes Gold! Der Name einer der schönsten Städte der Welt. Daß man, um zu ihr zu gelangen, die brasilianischen Berge überqueren und bis zum Tal vordringen muß, in dem ihre Schätze versteckt liegen, macht sie nur noch anziehender. Hier entdeckte im 18. Jahrhundert ein Sklave Goldpartikel in einem Bach; hierhin strömten die portugiesischen Massen auf der Suche nach dem kostbaren Metall. Hier wurden Paläste, Kirchen, Brunnen errichtet. Hier schließlich entwickelte sich eine unabhängige Zivilisation, die äußerste Spitze der europäischen Barockkunst, auf dem Feuer der Tropen geschmort und mit afrikanischen und indianischen Einflüssen bereichert. Aleijadinho, Architekt und Bildhauer von der Kraft eines Michelangelo oder eines Puget, hat Ouro Preto Zeugen seines Genies hinterlassen; so auch der Maler Ataíde, der für seine Engel und Jungfrauen Mulatten als Modelle nahm. Ebenfalls in Ouro Preto entsteht eine erstauliche Kompositionsschule, die man erst jetzt dem Vergessen zu entreißen beginnt. Minas Gerais (Staat der Minen) behütet mehrere Zeugen dieser musikalischen Leidenschaft: In Mariana eine Schnitger-Orgel, 1752 aus Hamburg importiert; in Ouro Preto selber ein Operntheater; und überall Kirchen, wo Hymnen, Motetten, Messen, Te Deum ertönten, wo sich die klanglichen Früchte einer ursprünglichen Liturgie entfalteten, die in einer köstlichen Synthese die Wendungen des italienischen und portugiesischen Barock mit dem lokalen Empfinden verschmolz. Was gibt es Ergreifenderes als diese Gesänge, in denen die derbe religiöse Hingabe der Pioniere und Goldsucher sich durch die Berührung mit hochverfeinerter Kunst veredelte. Als glänzendes Beispiel für Kulturen-Vermischung ist die Musik von Minas Gerais die beste Zugangspforte zu dem geheimnisvollen und prächtigen Brasilien. (Dominique Fernandez)

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Giovanni Gualberto Brunetti: Stabat Mater

Eine Hommage des italienischen Komponisten an das gleichnamige Werk seines Landsmanns Pergolesi, für die genau gleiche Besetzung geschrieben


Konzerte
Eigene Konzertreihe in Zürich,
Schlosskonzerte Thun, Festival für Sakrale Musik Schwäbisch Gmünd, Friedenauer Kammerkonzerte Berlin, Musica Antiqua Musikverein Wien, Les Chemins du Baroque Sarrebourg/Paris, Expo02 Yverdon, Année du Brésil France 05 Paris, Nîmes, Alençon, Festival von Santa Cruz de la Sierra (Bolivien), Festival de Inverno Ouro Preto (Brasilien), Música nas Igrejas Rio de Janeiro, Fundação Gulbenkian Lissabon, Festival de música antigua Ubeda/Baeza (Spanien)

Oper
“Primadonnen mögen Schokolade“, ein Pasticcio aus “La Serva Padrona“ von Pergolesi und L’Impresario delle Canarie“ von Martini in Zürich, Winterthur, Visp, Burgdorf, Vevey.

Letzte Produktionen in Zürich

  • Jubiläumskonzert mit Musik von José Maurício Nunes Garcia
  • “Elogio Beethoven“, ein Abend um den Dichter Federico García Lorca
  • Marienvespern an der portugiesischen Hofkapelle in Rio de Janeiro
  • Beethovens Sinfonien Nr. 2 und 5 in Streichquintettfassung
  • “Oficio dos Defuntos“ von J.M. Nunes Garcia:
  • “El Regreso del Hijo Pródigo von Carlos Baguer
  • “Ciaccona, Passacaglia,Folia“
  • “Matinas de Natal“ von Marcos Portugal
  • “Iphigenia en Tracia“ von José de Nebra
  • “Die Schöpfung“ von Haydn als Streichquintett
  • “Stabat Mater“ von Luigi Boccherini
  • “Requiem“ (Musik von Nunes Garcia)
  • “Die 7 letzten Worte“ von Haydn
  • “Brasilianisches Weihnachtskonzert“ (Musik von Nunes Garcia)
  • “Das Erdbeben von Lissabon“ (in Zusammenarbeit mit Hugo Loetscher)